Harzindianer…

Harzindianerso nennt man mich seit Jahren. Mein bürgerlicher Name ist Marco W. Ich bin 1977 im Zeichen der Schneegans geboren, in einer Kleinstadt namens Ilsenburg im Harz. Hier wuchs ich auf, im Schutze der Ostdeutschen Mauer, abgeschottet von der heutigen Konsumgesellschaft. Ich lernte schon früh, die Natur und die Werte des Lebens zu schätzen - Reichtum im Herzen und Gelassenheit im Geiste. Unsere Welt, in der wir leben, haben wir eben nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kinder geborgt. So hab ich den Beruf des Gärtners erlernt, um meiner Aufgabe gerecht zu werden. Das Element Erde, steht für Stabilität und stellt den physischen Körper und die Empfindungen dar. Mein Geburtstotem steht im Element Erde und beschreibt mich wohl besser, als ich es selbst vermag.

Ich lebe seit nunmehr 30 Sommern in Ilsenburg, in den Wäldern des Harzes am Fuße des Brocken. Die Kelten und Heiden lebten schon vor tausenden von Jahren hier, auf dem 51. ° nördlicher Breite. Die Stämme des Nordosten, der Subarctik und der Nordwestküste besiedelten genau diesen, nur ein paar Meilen westlich, am anderen Ufer des großen Wassers.
Das Wissen um Kosmos und Natur hatten alle diese Völker gemein, und auch ihre Ehrfurcht vor dem Unbekannten. Die Gesellschaft und die Christianisierung der heutigen Welt haben die Werte der Menschen stark verändert und die alte Lebensweise unserer Ahnen als „unkultiviert“ erklärt und fast vergessen lassen. Sind wir Ungläubige oder Heiden, weil wir nach den Gesetzen der Natur leben, die uns schon tausende Jahre überleben ließen, weil wir die Kraft der Kräuter nutzen, ohne sie zu Pillen zu pressen….? Weil wir den Mond betrachten, bevor wir den Mais säen oder ernten? Weil wir die Tiere ehren, anstatt sie aus Unwissenheit & falschem Stolz als dumm zu bezeichnen?
Als Knabe hatte ich einen Traum, er kehrte immer wieder, über Jahre, bis ich ihn verstand. Ich begann zu denken und zu fühlen, wie es die Indianer tun, mit dem Herzen. Ich begann mit den Fingern zu sehen, mit den Augen zu hören, mit dem Herzen zu sehn . . . heute lebe ich diesen Traum. Meine Freunde nennen mich den Indianer. Ihnen bringe ich Respekt und Ehre entgegen, erzähle ihnen von den Ahnen, fertige ihnen Traumfänger, um ihnen Schutz zu bieten, stelle Weisheiten in den Raum, um sie zum „Denken“ anzuregen…. „Die Weißen müssen verrückt sein, sie denken mit dem Geiste anstatt mit dem Herzen.“ Helfen wir ihnen, ihrem Herzen zu folgen. Verhelfen wir unseren Kindern zu einer Welt, in der auch sie den Reichtum im Herzen und die Gelassenheit im Geiste erleben dürfen, egal ob weiß, rot, schwarz, gelb…..

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